Überprüfung und Eigenschaften von Fahrbahnmarkierungsstoffen gemäß der ZTV M 02

Dipl.- Geol. Malte Quakenack, Dr. Moll GmbH, Prüfinstitut und Ingenieurbüro, Isernhagen

Die Dr. Moll GmbH ist anerkannte Prüfstelle zur Messung verkehrstechnischer und anderer Eigenschaften von Fahrbahnmarkierungen gemäß ZTV M 02, Anerkennungsstufen I und II (Durchführung von Kontrollprüfungen und Eigenüberwachungsprüfungen).

Markierungsmaterialien kann man in 3 große Gruppen einteilen. Straßenmarkierungen können durch Farbapplikationen, Plastikmassen oder durch Folien hergestellt werden. Bei den Farben unterscheidet man lösungsmittelarme und wasserverdünnbare. Plastiken geben die Möglichkeit sie heiß oder kalt zu applizieren, daher auch ihr Name Kalt – bzw. Heißplastikmasse. Folien sind industriell vorgefertigt Linien
oder Symbole und werden mit Hilfe eines Primer auf die Straße geklebt. Farblich beschränken sich Markierungen meist auf gelb oder weiß.

Markierungssysteme bestehen aus Markierungsstoffen und den jeweils zugehörigen Beistoffen. In der Regel sind dies bei Farben und Plastikmassen sogenannte Nachstreumittel, die sich in Reflexkörper und Griffigkeitsmittel unterscheiden. Reflexkörper sind meist Perlen aus Flachglas und haben die Aufgabe die Sichtbarkeit der Markierung deutlich zu erhöhen, also eine Retroreflexion durch die Anleuchtung mit Fahrzeugscheinwerfern zu erreichen. Griffigkeitsmittel sind größtenteils Cristobalite, Sand oder Korund und haben, wie der Name schon sagt, die Aufgabe die Griffigkeit zu erhöhen.

Es gibt zwei verschiedene Markierungssystemtypen. Markierungen des Typs I sind herkömmliche Markierungen die keine erhöhten Nachtsichtbarkeitseigenschaften haben und deren Oberfläche glatt ausgebildet ist. Fahrbahnmarkierungen vom Typ II sind so ausgebildet, dass Teile aus der glatten Oberfläche herausragen und sie durch Reflexion eine erhöhte Nachtsichtbarkeit bei Nässe aufweisen.

Die neue ZTV M 02 unterscheidet verschiedene Prüfungsarten, z.B. Eigenüberwachungs- und Kontrollprüfungen die während der Ausführung bzw. an der fertigen Leistung durchgeführt werden. Bei den Kontrollprüfungen sind folgende Überprüfungen durchzuführen:

Kontrollprüfungen während der Applikation umfassen folgende Parameter:

Kontrollprüfungen während der Applikation umfassen folgende Parameter:

  • Überrollbarkeit (Trocknungszeit)
  • Geometrie
  • Schichtdicke
  • Höhenüberstand, Ausfrästiefe, -breite, -länge
  • Verteilung und Einbettung der Nachstreumittel
  • visuelle Beurteilung der Markierungsoberfläche.

Bei der Kontrollprüfung an der fertigen Markierung wird die Einhaltung der Sollwerte für die

  • Geometrie
  • lichttechnischen Eigenschaften
  • Griffigkeit überprüft.

Zur Messung der Geometrie verwendet man Längen- und Höhenmesser. Um die lichttechnischen Eigenschaften der Tages- und Nachtsichtbarkeit (Qd und RL) bei Trockenheit und bei Nässe ermitteln zu können wird ein Retroreflectometer eingesetzt, welches für die Ermittlung von Qd und RL geeignet ist.
Qd ist hierbei der Wert für die Reflexion bei Tageslicht oder Straßenbeleuchtung, während RL die Retroreflexion bei Anleuchtung durch Fahrzeugscheinwerfer widergibt. Das Messgerät simuliert hierbei die Anwendung der für beide Messgrößen benötigten 30 m Geometrie. Für die Griffigkeitsmessung wird das übliche SRT-Pendelgerät verwendet, welches auch für die Messung der Griffigkeit und zur labortechnischen
Ermittlung des PSV benutzt wird. Die Festlegung der Messabschnitte erfolgt nach Tabelle 6 der ZTV M 02.