Bodenverbesserung mit hydraulischen Bindemitteln

Dipl.-Ing. (FH) Günther Keßler, Baustoffprüinstitut GmbH, Oettingen i.Bay.

Im Zuge einer Ortsumgehung einer Kreisstraße sollte der anstehende bindige Boden, der keine ausreichende Tragfähigkeit aufwies, so verbessert werden, daß eine dauerhafte Raumbeständigkeit und Tragfähigkeit bei Wasserandrang und Frosteinwirkung gewährleistet wird.

Einer Bodenverbesserung wurde der Vorzug vor einem Bodenaustausch gegeben, da weder eine aufnahmefähige Deponie für die hier anfallenden Bodenmassen zur Verfügung stand noch die nicht unerheblichen Mehrkosten für diese Bauweise vom Auftraggeber aufgebracht werden konnten.

Bei den hier anstehenden Böden handelt es sich um leicht plastische Schluffe (UL) gem. der Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke (nach DIN 18196, Ausgabe 10.88, Tabelle 5).

Die erforderliche Eignungsprüfung für die Bodenverbesserung mit hydraulischen Tragschichtbinder HT-35 nach DIN 18506 erfolgte gem. ZTVE-StB 94, Fassung 1997 und dem „Merkblatt für Bodenverbesserung u. Bodenverfestigung mit Kalken“ in unserem Institut in Oettingen.

An dem Boden-Bindemittelgemisch wurde der optimale Wassergehalt und die Proctordichte nach DIN 18127 bestimmt. Die notwendige Bindemittelmenge und die Druckfestigkeit nach 7 bzw. 28 Tagen wurden an Boden-Bindemittelgemischen mit drei Bindemittelmengen die 2 Gew.-Teile höher u. 2 Gew.-Teile niedriger als der mittlere Bindemittelgehalt lagen ermittelt.

Die Anforderung an den Frostwiderstand <1 ‰ wurde erfüllt. Entsprechend den Druckfestigkeitsergebnissen nach 7 bzw. 28 Tagen wurde eine Bindemittelzugabe (HT-35) von 5,0 Gew.-Teilen vorgeschlagen. Auf das vorbereitete Erdplanum wurde die aus der Eignungsprüfung vorgegegebene Bindemittelmenge pro m² mit einem Streugerät mit einer exakt arbeitenden Dosiereinrichtung aufgebracht und mit einer leistungsfähigen Fräse solange eingemischt, bis das Boden-Bindemittelgemisch einen einheitlichen Farbton aufwies. Die vorgegebene Schichtdicke wurde ständig überwacht. Für die Verdichtung des Boden-Bindemittelgemisches wurden die auf der Baustelle vorhandenen Verdichtungsgeräte eingesetzt. Eine Nachbehandlung war witterungsbedingt nicht erforderlich. Der Einbau der Frostschutzschicht erfolgte nach einer Liegedauer von 3 Tagen auf einer ausreichend tragfähigen Bodenverbesserung.