Anwendung der Kaltrecyclingbauweise (KRC) in situ am Beispiel einer Landstraße

Prof. Dr.-Ing. D. Großhans, Dipl.-Ing. D. Scholz, Dipl.-Ing. A. Schlosser

Zusammenfassende Einleitung

Im Bundesland Brandenburg erfolgte erstmals die Anwendung der Kaltrecyclingbauweise unter Einbindung pechhaltiger Ausbaustoffe bei der Erneuerung der Landesstraße L 72 / L 113 im Jahr 2010. Dabei handelte es sich um Ausbaustoffe aus dem Vorhaben selbst und kontaminierte Materialien eines vorhandenen Lagers.

Die ca. 2 km lange Erneuerungsstrecke, davon ca. 1400 m L 72 im Land Brandenburg und ca. 600 m L 113 im Land Sachsen-Anhalt, war im Mittel 4,80 m breit und wurde im Zuge der Erneuerung beidseitig auf 6,00 m verbreitert.

Die ungenügende Tragfähigkeit vor der Erneuerung hatte Rissbildungen und Asphaltausbrüche zur Folge. Die mit Benkelman-Balken gemessenen Durchbiegungen ergaben eine Unterdimensionierung. Die berechnete Resttragfähigkeit entsprach der Anforderung an eine Bauklasse VI. Nach Vorgabe des Auftraggebers sollte nach der Erneuerung in Kaltrecyclingbauweise die Fahrbahnbefestigung für die Verkehrsbeanspruchung einer Bauklasse IV ausgelegt sein.

Mit der erfolgten Erneuerung in Kaltrecyclingbauweise – der gebundene Oberbau besteht aus 10 cm Asphalt und 20 cm Kaltrecyclingschicht (bitumendominant) – wurde die Vorgabe des Auftraggebers eingehalten. Die ermittelten Durchbiegungswerte und die daraus errechnete Tragfähigkeit belegen das.

Die Vorteile der Anwendung der KRC-Bauweise gegenüber einer häufig angewandten Überbauung bestanden bei dieser Baumaßnahme vor allem in der Homogenisierung des Oberbaus über die volle Fahrbahnbreite, auch im Verbreiterungsbereich, und der zusätzlichen umweltverträglichen Unterbringung von pechhaltigen Ausbaustoffen.

Verfasseranschriften:

Prof. Dr.-Ing. D. Großhans

PEBA Prüfinstitut für Baustoffe GmbH
Köpenicker Landstraße 280
12437 Berlin

Dipl.-Ing. D. Scholz

PEBA Prüfinstitut für Baustoffe GmbH
Köpenicker Landstraße 280
12437 Berlin

Dipl.-Ing. A. Schlosser

Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg
NL Süd
Hauptsitz Cottbus
S 21 C
Von-Schön-Straße 11
03050 Cottbus

Executive Summary

The first time the cold recycling system involving pitch-containing construction materials was used in the state Brandenburg, was during the renovation of the federal highway L 72 / L 113 in 2010. These were construction materials out of the project itself and contaminated materials of an existing camp.
The approximately 2 km long track renewal, of which about 1400 m are part of the state of Brandenburg and about 600 m of the state of Sachsen-Anhalt, was on average 4,80 m wide and was widened during the renovation to 6 m on both sides.
The previously insufficient carrying capacity had led to crack formations and asphalt breakaways. The deflection which was measured with Benkelman- beams revealed an undersizing. The calculated load-bearing corresponded to construction class VI requirements. According to the client’s requirements, the roadway fixing should have been constructed for the traffic load of a construction class IV after the cold recycling system renovation.
With the finished renovation using the cold recycling system – the bonded surface consists out of 10 cm asphalt and a 20 cm-thick cold-recycling layer (bitumen dominant) – the client’s requirements have been fulfilled. The deflection values measurement and the subsequently calculated carrying capacity proof this.
The advantage of using the cold recycling system at this construction project in comparison to the common superstructure system was mainly the homogenization of the surface over the whole roadway width including the extension area und the additional environmental utilization of the pitch-containing construction materials.