Bekanntgabe von Veröffentlichungen

Informationen zu Nutzungs- und Urheberrechten

Liebe Mitglieder,
wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ihr Beitrag öffentlich oder nur für Mitglieder zugänglich gemacht werden darf:
Hier die Antworten aus unserem Anwaltsbüro zu den häufigsten Fragestellungen über das Urheber- und Nutzungsrecht.

Können wir die eingereichten Artikel ohne Weiteres veröffentlichen oder liegen hier Urheberrechte von Verlagen vor, wenn diese dort in Fachzeitzeitschriften publiziert wurden?

Sie müssen damit rechnen, dass die Nutzungsrechte an dem Artikel bei dem Verlag oder eventuell auch einer Verwertungsgesellschaft, hier der VG Wort, liegen (s.u.).

Liegt das Urheberrecht immer beim Autor?

Ja. In Deutschland und auch mit Wirkung für Deutschland kann ich als Autor mein Urheberrecht (anders als z.B. in den USA) nicht veräußern. Es ist ein höchstpersönliches Recht, das im Kern immer bei mir liegt. Allerdings kann ich anderen Nutzungsrechte übertragen (z.B. meinen Text in bestimmten Medien, z.B. als Buch, Taschenbuch, Aufsatz in einer Zeitschrift, auf CD etc. zu veröffentlichen, es zu vervielfältigen, z.B. durch Druck, Fotokopie aber auch Speicherung einer elektronischen Datei, es öffentlich zugänglich zu machen, z.B. im Internet, es zu vermieten usw.). Die Nutzungsrechte können einfache oder ausschließliche Nutzungsrechte sein. Bei einfachen Nutzungsrechten kann der Autor (Urheber) immer weitere Nutzungsrechte an andere vergeben. Bei ausschließlichen Nutzungsrechten (z.B. an einen Verlag), darf der Verlag alleine das Werk nutzen, soweit wie das Nutzungsrecht reicht. Der Urheber darf Ihnen dann keine weiteren Rechte an dem Werk einräumen.

Wenn ein Artikel im Auftrag von der Firma geschrieben wird, ist dann die Firma der Rechteinhaber?

Kommt darauf an: Bei einem Journalisten, der für seine Zeitung im Rahmen seiner Tätigkeit als Redakteur einen Beitrag verfasst, oder einem Mitarbeiter, der für eine Firmenpublikation im Rahmen seiner dienstlichen Pflichten einen Beitrag verfasst, ist das in der Regel so. Bei Texten, die z.B. einem privaten wissenschaftlichen Interesse des Mitarbeiters entspringen und bei sonst eingekauften Beiträgen ist eine sorgfältige Prüfung nötig, welche Rechte bei der Firma liegen und welche beim Urheber.

Wenn ein Artikel im Auftrag eines Verlages geschrieben wird, hat dann der Verlag die Urheberrechte?

In der Regel hat der Verlag sich dann die Nutzungsrechte (s.o.) einräumen lassen. Wie weit die Rechte gehen, muss man prüfen.

Wenn ein Artikel einem Verlag zur Veröffentlichung angeboten wird und der Verlag publiziert ihn, hat dann der Verlag die Urheberrechte?

In der Regel hat der Verlag dann die für seine Veröffentlichung erforderlichen Nutzungsrechte an dem Werk. Allerdings können die Rechte räumlich (z.B. nur für Deutschland) und zeitlich (z.B. nur für ein Jahr ab erstmaligem Erscheinen) beschränkt sein. Zudem werden Nutzungsrechte teilweise nur für bestimmte Medien (z.B. für eine Zeitschriftenveröffentlichung, nicht aber für ein Kompendium auf CD/DCD) eingeräumt. Oft hat der Verlag dann das Recht, andere Veröffentlichungen für bestimmte Dauer zu verhindern oder ein Recht auf Andienung (d.h. der Autor muss sein Werk auch für eine andere Form der Veröffentlichung erst dem Verlag anbieten).
Liegen die erforderlichen Nutzungsrechte für eine Internetveröffentlichung nicht beim Verlag, wäre noch zu prüfen, ob die Rechte bei einer Verwertungsgesellschaft, hier der VG Wort, liegen. In diesem Fall müsste mit dieser ein Nutzungsrechtsvertrag abgeschlossen werden. Liegen die Rechte beim Verlag, wäre dieser Ihr Vertragspartner.